Was tun bei einer Latexallergie?
27.01.2021

Was tun bei einer Latexallergie?

Allergiker müssen nicht auf den umfassenden Schutz durch Kondome verzichten!

Rötungen, Juckreiz, auffällige Quaddeln

Hast Du eines dieser Symptome schon einmal bei Dir nach dem Sex feststellen können? Dann liegt möglicherweise eine Latexallergie vor. Um es genau zu wissen und um mögliche andere Ursachen auszuschließen, solltest Du zwar auf jeden Fall einen Arzt konsultieren, der entsprechende Tests durchführen kann, einen groben Überblick zu diesem Thema findest Du aber auch hier:

1. Wie kommt es zu einer Latexallergie?

Erst nach häufigem oder auch längerem Kontakt mit Erzeugnissen aus Latex besteht die Möglichkeit einer allergischen Reaktion des Körpers. Bei diesen Produkten muss es sich allerdings nicht zwangsläufig um Kondome handeln, denn Latex ist auch in vielen anderen Artikeln enthalten, z. B. Handschuhe, Kaugummi oder auch Autoreifen. Insgesamt wird davon ausgegangen, dass ca. zwei Prozent der Gesamtbevölkerung unter einer solchen Allergie leiden. Beschäftigte im medizinischen Bereich, die besonders oft Latexhandschuhe tragen müssen, sind besonders betroffen.

Verantwortlich für die allergische Reaktion des Körpers ist jedoch nicht das Latex selbst, sondern darin enthaltene wasserlösliche Proteine. Diese können sich durch Körperkontakt, Schweiß und andere Sekrete von der Oberfläche lösen und vom jeweiligen Organismus aufgenommen werden – eine Reaktion, die u. a. beim Liebesspiel auftreten kann. Auf besagte Proteine reagiert das Immunsystem mit einer Abwehrreaktion, wodurch sich die allergischen Symptome einstellen.

2. Was sind die Symptome einer Latexallergie?

Grundsätzliche werden zwei verschiedene Typen von allergischer Latexreaktion unterschieden:

  • Sofort-Typ-Allergie: Meist innerhalb von 60 Minuten nach Haut- oder Schleimhautkontakt kommt es zu einer Reaktion. Schwellungen, Hautrötungen und Quaddeln sind die häufigsten Symptome. Manchmal treten auch Fließschnupfen, Niesreiz und Juckreiz in den Augen auf. In schweren Fällen sind Kreislaufbeschwerden bis hin zur Atemnot und allergischem Schock möglich. Normalerweise verschwinden die Symptome innerhalb eines Tages. Bei einem schweren Verlauf sollte allerdings ein Arzt konsultiert werden.
  • Spät-Typ-Allergie: Bei diesem Typ treten die Reaktionen wie Rötungen, Juckreiz und Schwellungen verzögert auf. Verantwortlich dafür ist aber weniger das Latex, sondern Gummi-Zusatzstoffe, die sich in manchen Kondomen finden, z. B. Vulkanisationsbeschleuniger oder auch das Betäubungsmittel Benzocain, das in sogenannten aktverlängernden Kondomen oder in Verzögerungscremes und -sprays enthalten ist sowie Konservierungs- und Duftstoffe in Gleitmitteln und Cremes zur Intimpflege. Auch der spermienabtötende Wirkstoff Nonoxynol-9 kann eine allergische Reaktion hervorrufen. Er ist in sogenannten spermiziden Kondomen vorhanden.

3. Müssen Latexallergiker*innen auf Kondome verzichten?

Die gute Nachricht lautet: Nein. Auf dem deutschen Markt gibt es viele latexfreie Kondome namhafter Hersteller, die Euch den gleichen Schutz vor Geschlechtskrankheiten und ungewollten Schwangerschaften bieten wie herkömmliche Kondome. Ihr könnt wählen zwischen folgenden Alternativen:

  • Kondome aus Polyisopren: Hierbei handelt es sich um künstlich hergestellten Kautschuk. Diese Kondome sind daher genauso elastisch, sicher und gefühlsecht wie Produkte aus Naturkautschuklatex.
  • Kondome aus Polyurethan: Dieses Material ist ein Kunstharz, weshalb es sich auch mit öl- und fetthaltigen Gleitmitteln kombinieren lässt. Allerdings sind diese Kondome etwas weniger elastisch und deutlich kostenintensiver.

Im MEIN KONDOM Shop könnt Ihr Euch alle latexfreien Kondome ganz einfach mithilfe des Filters im Kondomfinder anzeigen lassen. Hier findet Ihr sicherlich ein passendes Produkt für Euch!