Wie viel Sex ist normal? - MEIN KONDOM Shop
24.04.2020

Wie viel Sex ist normal?

Ob tägliche Schäferstündchen oder doch nur ein Nümmerchen pro Monat – wir haben die Antwort!

Harte Zahlen für die schönste Nebensache der Welt

Irgendwann im Leben kommen die meisten Menschen an einen Punkt, an dem sie einen genaueren Blick auf das eigene Sexualverhalten werfen und sich die Frage stellen, ob sie eigentlich gerade zu viel oder zu wenig Verkehr haben. Die Szenarien sind dabei ganz unterschiedlich. Wer beispielsweise seit fünf Jahren verheiratet ist und zwei Kinder hat, könnte sich fragen, ob es zu wenig ist, wenn man nur einmal pro Monat miteinander schläft. Im Gegensatz dazu kommt bei einem Single, der fast täglich Sex hat, möglicherweise die Frage auf, ob eventuell eine Sucht vorliegt. Um die eigene Lage in diesem Moment besser beurteilen zu können, interessieren sich die meisten für den allgemeinen Durchschnitt – und genau damit befasst sich dieser Artikel.

Mit dem Alter nimm die Häufigkeit ab

Eine erste Antwort auf die Frage nach dem „Normal-Verkehr“ kommt von den Wissenschaftler*innen des Kinsey Institutes. Diese widmen sich an der Universität von Indiana seit vielen Jahren den Themen Sexualität und Partnerschaft. Sie haben in einer umfangreichen Studie konkrete Zahlen für die durchschnittliche Häufigkeit des Geschlechtsverkehrs ermittelt. Wichtig ist, dass dabei nicht unterschieden wurde, ob sich die Befragten in einer Beziehung befanden oder Single waren. Hier kommen die Daten:

  • Zwischen 18 und 29 Jahren: Menschen in diesem Alter haben rund 112 Mal Sex im Jahr. Das entspricht einer Häufigkeit von 2,15 Mal pro Woche.
  • Zwischen 30 und 39 Jahren: Die nächste Altersgruppe hat durchschnittlich 86 Mal im Jahr Sex. Auf die Woche gerechnet ergibt das einen Schnitt von 1,65 Mal.
  • Ab 40 Jahre: Wer seine 30er verlassen hat, kommt auf 69 Nümmerchen im Jahr. Das macht einen Wochenschnitt von 1,33 Mal.

Diese Ergebnisse zeigen ziemlich eindeutig, dass die sexuelle Aktivität mit dem Alter abnimmt. Wer jetzt allerdings denkt: „Oh mein Gott, ich bin 42 und schlafe fast täglich mit meiner Freundin! – Stimmt irgendwas nicht mit mir?“ Keine Panik! Es gibt noch eine andere Betrachtungsweise, um zu bestimmen, mit wie viel Sex pro Woche man im Durchschnitt liegt.

Je länger die Paarbeziehung, desto weniger der Sex

Lässt man das Alter außen vor, zeigt sich, dass die Dauer der Beziehung ebenfalls einen entscheidenden Einfluss darauf hat, wie oft man Sex hat. Ein frisch verliebtes Paar unterscheidet sich in dieser Hinsicht zum Beispiel deutlich von einem, das schon viele Jahre verheiratet ist. Insgesamt unterteilt man drei Phasen:

  • Heftige Verliebtheit („Limerence“): Bei Paaren, die erst kurze Zeit zusammen sind, ist das gegenseitige Verlangen meist sehr stark. Beide spüren die ungezügelten Emotionen und können die Finger kaum voneinander lassen. In dieser Phase, die ungefähr 18 – 24 Monate anhält, ist es durchaus üblich, täglich miteinander zu schlafen. Wer das allerdings nicht tut, muss sich keine Sorgen machen: Die Sex-Häufigkeit am Anfang sagt nichts über den weiteren Verlauf aus!
  • Etablierte Beziehungen: Auch wenn die Anzahl der Nümmerchen mit der Zeit abnimmt und auf einen Schnitt von ein- bis zweimal pro Woche fällt, müssen sich Paare keine Sorgen machen. Über die Menge an Zuneigung, die beide füreinander empfinden, sagt das nämlich nichts aus. In dieser Phase kommt es vor allem darauf an, dass alle Beteiligten mit der Situation zufrieden sind. Fühlt sich das Paar ausgeglichen und sexuell erfüllt, ist alles gut. Nur wenn die Ansprüche der beiden Beteiligten unterschiedlich sind, sollte man das Gespräch suchen. Am besten findet man immer noch gemeinsam neue Wege, das alte Feuer wieder anzuheizen! Manchmal reicht dafür auch schon, eine neue Kondomsorte oder ein aufregendes Gleitgel.
  • Verheiratete Paare mit Kindern: Ist man in den Hafen der Ehe eingelaufen und hat bereits Kinder in die Welt gesetzt, ergeben sich auch daraus Auswirkungen auf die Sex-Häufigkeit. 45 Prozent der Paare, die sich in dieser Phase befinden, geben an, ca. einmal pro Woche Sex zu haben. Bei 30 Prozent ist es ein- bis zweimal pro Woche.

Was ist mit zu viel Sex?

Ganz allgemein gesprochen, gibt es beim Sex kein „zu viel“. Solange man sich wohlfühlt, ist alles gut. Sobald dies nicht mehr zutrifft, könnte ein Fall von Sexsucht vorliegen. Denn auch wenn sie noch nicht von allen Teilen der Gesellschaft vollständig anerkannt wird, so gilt der unkontrollierbare Drang nach Sex – die sogenannte Hypersexualität – bereits seit einigen Jahren als Krankheit. Für die Betroffenen ist dieser Zustand eine absolute Qual, da sie „die schönste Nebensache der Welt“ nicht mehr genießen können und zu keiner normalen Liebesbeziehung im Stande sind. Das gesamte Leben wird nur von dem Wunsch bestimmt, mit jemandem zu schlafen. Derdie jeweilige Partnerin wird dabei lediglich als Objekt betrachtet, um die Sucht zu befriedigen. In einem solchen Fall sollte auf jeden Fall professionelle Hilfe aufgesucht werden!

Statistiken und ihre Konsequenzen

Am Ende dieses Artikels sei noch der Hinweis gestattet, dass alle diese Zahlen letztendlich nur Zahlen sind. Es gibt viele Menschen, die – auf die eine oder andere Weise – deutlich von den Durchschnittswerten abweichen und damit vollkommen zufrieden sind. Entscheidend ist nicht, „normal“ zu sein, sondern sich wohlzufühlen. Allein darauf kommt es an!